Die Faustformel aus der Praxis
Entscheidend ist, wie viel reine Heizwärme Ihr Haus pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr braucht. Liegt der Wert über 150 kWh, sollte das Gebäude vor dem Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe thermisch saniert werden, damit die Wärmepumpe effizient läuft.
So wird gerechnet – ein Beispiel
Einfamilienhaus, Baujahr 1980, 120 m², Ölheizung, 2 Personen – ohne Wand- und Dachdämmung, ohne Energiesparfenster, ohne Fußbodenheizung.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1. Verbrauch | ca. 2.000 Liter Heizöl × 10 kWh | 20.000 kWh/a |
| 2. Erzeugte Wärme | 20.000 kWh/a × Wirkungsgrad 0,7 | 14.000 kWh/a |
| 3. Ohne Warmwasser | 14.000 kWh/a − 2 Personen × 1.000 kWh/a | 12.000 kWh/a |
| 4. Pro m² Wohnfläche | 12.000 kWh/a ÷ 120 m² | 100 kWh/(m²·a) |
Annahmen der Faustformel
- 1 Liter Heizöl bzw. 1 m³ Erdgas ≈ 10 kWh
- Wirkungsgrad: älterer Standardkessel ca. 0,7 – Niedertemperaturkessel (ca. 20–25 Jahre alt) ca. 0,8–0,9
- Warmwasser: ca. 1.000 kWh pro Person und Jahr
Der Praxistest mit Ihrer jetzigen Heizung
Ob Ihre Heizkörper für eine Wärmepumpe ausreichen, können Sie selbst ausprobieren – am besten an einem richtig kalten Wintertag:
- Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf höchstens 55 °C ein – noch aussagekräftiger sind 50 °C.
- Drehen Sie die Thermostate an allen Heizkörpern auf Stufe 3.
- Schalten Sie die Nachtabsenkung aus und beobachten Sie, wie warm die Räume werden.
Wie sich die Vorlauftemperatur einstellen lässt, steht in der Bedienungsanleitung Ihrer Heizung – oder Ihr Heizungsbauer hilft Ihnen dabei.
Der nächste Schritt
Die Faustformel zeigt die Richtung. Verlässlich wird es mit der raumweisen Heizlastberechnung nach DIN EN 12831: Sie zeigt, welche Leistung die Wärmepumpe braucht und ob Ihre Heizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur ausreichen. Liegt Ihr Wert über 150, zeigt ein individueller Sanierungsfahrplan, welche Maßnahmen am meisten bringen – mit zusätzlicher Förderung.